Die Weiterbildungspraktiken der Unternehmen
2018 wenden
die luxemburgischen Unternehmen des privaten Sektors, die die finanzielle Beteiligung des Staates für die Finanzierung des Weiterbildungsplans beantragt haben, 1,8 % ihrer Lohnmasse für die Weiterbildung, auf. Im Durchschnitt besuchen die Arbeitnehmer 4,7 Weiterbildungen von 4,0 Stunden. Eine Weiterbildung kostet im Durchschnitt 217 Euro pro Teilnehmer und 55 Euro pro Stunde.
Die Informationen betreffend die betriebliche Weiterbildung in Luxemburg stammen von den luxemburgischen Unternehmen des privaten Sektors, die die staatliche Kofinanzierung im Bereich der beruflichen Weiterbildung beantragen. Die von ihnen eingereichten Anträge ermöglichen eine Analyse ihrer Weiterbildungspraktiken.Zugang der Arbeitnehmer zur Weiterbildung
Die Arbeitnehmer besuchen im Durchschnitt 4,7 Weiterbildungen von 4,0 Stunden
Im Sektor „Finanz- und Versicherungsdienstleistungen“ sowie in Unternehmen mit 1.000 Arbeitnehmern und mehr ist die stärkste Teilnahme an Weiterbildungen mit durchschnittlich 8,1 bzw. 6,1 Teilnahmen pro Arbeitnehmer zu verzeichnen.
Im Durchschnitt dauern die Weiterbildungen in kleinen Unternehmen länger: 7,7 Stunden in Unternehmen mit 10 bis 19 Arbeitnehmern und 7,1 Stunden in Unternehmen mit weniger als 10 Arbeitnehmern. Die Weiterbildungen sind zwei Mal kürzer in Unternehmen mit 1.000 Arbeitnehmern und mehr.
Führungskräfte besuchen im Durchschnitt 7,1 Weiterbildungen.
Führungskräfte und Geschäftsleiter besuchen mehr Weiterbildungen (7,1 bzw. 5,3 Weiterbildungen im Durchschnitt) als qualifizierte und nicht qualifizierte Arbeitnehmer (4,9 bzw. 2,0 Weiterbildungen im Durchschnitt).
Männer haben mehr Zugang zur Weiterbildung als Frauen: im Durchschnitt 4,8 Weiterbildungen gegenüber 4,4. Arbeitnehmer von mehr als 45 Jahren besuchen im Durchschnitt 3,9 Weiterbildungen.
Bemühungen der Unternehmen in Sachen Weiterbildung
Ein finanzieller Aufwand von 1,8 % der Lohnsumme
Die Quote der finanziellen Beteiligung schwankt zwischen 1,1 % bei den Unternehmen des Sektors „Verwaltungs - und Unterstützungsdienstleistungen“ und 2,3 % bei den Unternehmen des Sektors „Transport und Warenlagerung“.
Die Quote der finanziellen Beteiligung ist am höchsten in Unternehmen mit weniger als 10 Arbeitnehmern (3,7 %). Mit Ausnahme der Unternehmen von 1.000 Arbeitnehmern und mehr sinkt die Quote mit zunehmender Unternehmensgröße. Unternehmen mit 250 bis weniger als 1.000 Arbeitnehmern sowie jene mit 100 bis 249 Arbeitnehmern wenden 1,6 % ihrer Lohnsumme für die Weiterbildung ihres Personals auf. Betreffend die Quote der finanziellen Beteiligung der sehr großen Unternehmen (1.000 Arbeitnehmer und mehr) bleibt die Quote zwei Mal geringer als die der sehr kleinen Unternehmen (weniger als 10 Arbeitnehmer).
Weiterbildungen im Bereich „Technik/Berufsbezogen“ stellen 37 % des Investitionsaufwands der Unternehmen in die Weiterbildung dar.
Allein auf die Bereiche „Technik/Berufsbezogen“, „Management/Personalverwaltung“ und „Finanzen/Buchführung/Recht“ entfallen zwei Drittel der Investitionen der Unternehmen und 62 % der gesamten Weiterbildungsstunden. Der Bereich „Management/Personalverwaltung“ befindet sich an zweiter Stelle sowohl in Bezug auf den investierten Betrag (18 %) als auch auf den Zeitaufwand für die Weiterbildung (14 %).
In Bezug auf die Teilnahme an den Weiterbildungen liegen die Bereiche „Qualität/ISO/Sicherheit“ und „Finanzen/Buchführung/Recht“ hinter dem Bereich „Technik/Berufsbezogen“ (37 %) mit jeweils 20 % der Gesamtteilnehmerzahl.
Eine Weiterbildung kostet im Durchschnitt 217 Euro pro Teilnehmer und 55 Euro pro Stunde.
Die Durchschnittskosten der Weiterbildungen sind mit mehr als 360 Euro pro Teilnehmer am höchsten in Unternehmen mit weniger als 20 Arbeitnehmern sowie im Sektor „Transport und Warenlagerung“ (377 Euro pro Teilnehmer): Dies lässt sich dadurch erklären, dass die durchschnittliche Weiterbildungsdauer zu den längsten (6,7 Stunden pro Teilnehmer) zählt und die durchschnittlichen Stundenkosten (57 Euro) zu den höchsten gehören.
Die Bereiche „Sprachen“ und „Management/Personalverwaltung“ stechen dadurch hervor, dass die durchschnittlichen Stundenkosten für die Weiterbildungen mit 70 Euro höher sind als in anderen Weiterbildungsbereichen. In diesen beiden Bereichen greifen die Unternehmen verstärkt auf Weiterbildungsanbieter zurück. Ihre Dienstleistungen machen 42 % bzw. 37 % des Investitionsaufwands der Unternehmen in die Weiterbildung in den Bereichen „Sprachen“ und „Management/Personalverwaltung“ aus.